Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Großhabersdorf


In der Grundliste der Freiwilligen Feuerwehr Großhabersdorf, gegründet am 1. Mai 1873, sind 37 Namen mit Beruf, Wohnort, Funktionen und Führungsdienstgrad aufgeführt. Sicher wurden die Wehrgründer auf ein „Großhabersdorfer Statut der Freiwilligen Feuerwehr“ verpflichtet.

Die Ausrüstung:
Ziel aller Feuerwehrgründungen war die organisierte Ausbildung der Wehrmitglieder. Vor den Wehrgründungen im 19. Jahrhundert waren alle Mitglieder der Dorfgemeinschaft verpflichtet, im Brandfall zu helfen. Neben den schon vorhandenen Löscheimern und Leitern, die jederzeit greifbar sein mussten, war in Großhabersdorf seit 1839 eine von der Nürnberger Firma Ernst Körnlein angefertigte Feuerlöschmaschine verfügbar. Die in einem „speziellen Feuerlöschhäuschen aufbewahrt wurde“.

Als Geschenk der Münchner- und Aachener- Mobilar- Feuer- Versicherung erhielt Großhabersdorf im Jahr 1868 eine zweirädrige Druckfeuerspritzen als Anerkennung dafür, dass die hiesigen Bürger ihrer Mobilien größtenteils bei dieser Gesellschaft versichert hatten.

Zu den weiteren Ausrüstungsgegenständen gehörten noch drei Feuerwehrleitern und zwei Feuerwehrhaken.

In der ersten Generalsversammlung nach dem 1. Weltkrieg am 26. Januar 1919 wurde beschlossen, ein Verzeichnis aller von der Feuerwehr ausgegebenen Bekleidung- und Ausrüstungsgegenstände anzulegen. Der Bestand an Gegenständen wurde wie folgt ermittelt:

2          fahrbare Saug- und Druckspritzen

1          kleine Spritze

25        Normalgewinde

200      Meter nicht gummierte Druckschläuche

1          Schlauchhaspel auf Rädern

3          Hackenleitern

2          Dachleitern

1          Sanitätstasche

1          Verbandskasten 

 
DieJahre nach dem 2. Weltkrieg brachten uns privaten und öffentlichen Wohlstand, die Bevölkerungszahlen wuchsen rasch, aber auch die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen vor allem durch so genannte technische Einsätze. Die Gemeinde Großhabersdorf als Aufgabenträger für ihre Wehren hat im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten die Ausrüstungen der Ortswehren ständig verbessert. In chronologischer Folge ist aufzuzählen:

1953:  Mit der neuen Wasserleitung wurden Oberflur- und Unterflurhydranten,eingebaut wodurch die Wasserversorgung bei Brandeinsätzen erheblich verbessert wurde
 
1957:  Anschaffung von 13 neuen Uniformen
 
1958:  Kauf einer neuen TS-8- Spritze 

 
1965: Am 24. Juli feierliche Übergabe eines neuen Löschfahrzeugs vom Typ LF 8 

 

Zwei Luftschutzsirenen wurden installiert, die auch für die Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt wurden 

 
1967: Zur Feuerschutzwoche wurde die Wehr erstmals mit den Sirenen alarmiert

1968:  Am 24. Juli wurde der Wehr von der Gemeinde ein komplett ausgerüsteter Schlauchanhänger übergeben

1969:  Die gemeindliche Wasserversorgung- und damit auch die Wasserentnahmemöglichkeit der Feuerwehr- wurde mit dem zusätzlichen Anschluss an das Netz der Dillenberg Gruppe weiter erheblich verbessert.

1975:  Am 16. März musste das Feuerwehrgerätehaus geräumt werden, da das Gemeindehaus abgerissen wurde, um dem neuen Rathaus Platz zu machen. Für 3 ½ Jahre wurde das Feuerwehrauto bei der Firma Knörr bis zum 20. Juni 1977, danach bis zur Fertigstellung des neuen Mehrzweckgebäudes im Dezember 1978 bei Bäckermeister Fritz Steicher provisorisch untergebracht, die anderen Gegenstände fanden Unterstellmöglichkeit bei Johann Sebastian Haas.

1976:  Nachdem schon seit 1951 die Einführung einer Feuerschutzabgabe von der Wehr gefordert wurde, beschloss der Gemeinderat die Erhebung dieser Abgabe ab 01. Januar 1976

1978:  Am 08. Dezember wurde das Mehrzweckgebäude in der Fernabrünster Str. eingeweiht

1979:  Funkalarmierung nun durch die Polizeiinspektion Zirndorf. Im November übergab die Gemeinde ein neues Notstromaggregat   

 

1980:  Die Wehr erhielt eine neue Vorbaupumpe 

 
1981:  Am 12. August übergab Kreisbrandrat Alfred Gronau eine Funkausrüstung an die Wehr. Als Rufname wurde der Wehr „Florian Großhabersdorf 43/1“zugeteilt 

1982:  Anlässlich der Löschmeistersitzung am 19. August gab Kommandant Nikolaus Roth bekannt, dass die Gemeinde nunmehr bereit sei, anlässlich des 110 jährigen Jubiläums der Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug LF 16 oder TLF 16 anzuschaffen

1983:  13 Wehrmänner wurden an schweren Atemschutzgeräten ausgebildet. Ihre   Prüfung fand am 9. Mai statt  


Die Gemeinde hat vier Atemschutzgeräte angeschafft.
Am 25. Juni, wurde der Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug TLF 16/25 vor dem Rathaus feierlich übergeben

1984:  Anschaffungen für den Schulungsraum

1985:  In einer Löschmeistersitzung im September wurde der Wunsch einer „stillen Alarmierung“ geäußert. 

 
14. Juni Richtfest der Atemschutzzentrale in Oberasbach- Altenberg

1986: Am 16. Juni wurde die Atemschutzzentrale des Landkreises für Übungszwecke freigegeben. Alle Geräteträge müssen dort 2 mal im Jahr an Übungen teilnehmen  

 

1987:  Die Wehr beantragt bei der Gemeinde die Einführung der „stillen Alarmierung“ 


Erwerb von Spezialschläuchen zum Anlegen von Ölsperren auf Gewässern

1991:  Anschaffung von 65 Schläuchen

1993:  Kauf eines gebrauchten Kleinbusses u Umrüstung zum Mehrzweckfahrzeug.  

 
Von einheimischen Geschäftsleuten wurden 5 Funkmeldeempfänger gestiftet. Bis 1997 konnten insgesamt 46 Geräte zur Verfügung gestellt werden.

1994:  Wurde ein Wassersauger und Klappvisiere für die Feuerwehrhelme erworben.

1995:  Angeschafft wurde ein Schlauchvulkanisiergerät und eine Schlauchprüfpumpe.

1996:  Erworben wurde ein Reinigungsgerät für Atemschutzmasken.

1997: Im Dezember erhielt die Wehr aus den Beständen des Katastrophenschutzes ein Löschfahrzeug LF 16/TS, Baujahr 1988, das bisher den Feuerwehren der Stadt Fürth zur Verfügung gestanden hatte.

1998: 125 Jahre Feuerwehr Großhabersdorf.  

 
Anschaffung des LF16/12 durch die Gemeinde

 

2008: Anschaffung eines neuen MZF  

 

2010: Anschaffung des HLF 20/16 der Firma Rosenbauer  

 

Vorstände:

            1.         Konrad Hirth                                  1873 - 1875

            2.         Bgm. Mathias Neumeyer              1876 - 1909

            3.         Bgm.  Michael Gsell                      1910 - 1912

            4.         Johann Bartenbacher                   1913 - 1935

            5.         ohne Vorstand                               1936 - 1945

            6.         Bgm. Georg Nickel                        1946 - 1958

            7.         Bgm. Georg Roth                          1958 - 1977

            8.         Andreas Boas                               1978 - 1987

            9.         Leonhard Knöllinger                     1988 - 1993

            10.       Hans- Josef Kern                         1994 – 26.03.1996

            11.       Fritz Breidenstein                          27.03. – 30.11.1996

            12.       Manfred Güttler                            01.12.1996 – 1998  

 

            13.       Rainer Boas  

 

            14.       Gerhard Schermer  

 

            15.       Uwe Adler  

 

            16.       Wilhelm Breidenstein            

 

            17.       Michael Wolf                  

 

           18.       Christian Dürschinger                                               

 

           19.       Gerhard Dürschinger                  

 

           20.       Peter Hermann

 

           21.       Gerhard Dürschinger

 

Feuerwehrhaus:

 

Im Großhabersdorfer Heimatbuch wurde festgehalten, dass 1876 ein neues Feuerwehrhaus errichtet worden war. Üblicherweise dürfte der kleine Bau im wesentlichen durch Hand- und Spanndienst der Wehrmitglieder errichtet worden sein. Sein Standort ist uns nicht bekannt. Da jedoch der Schlüssel zum Feuerwehrhaus bei Gastwirt Michael Erdel (Gelber Löwe) hinterlegt war, dürfte das Gebäude auf dem Platz gestanden haben, wo heute das Rathaus steht. Im Jahr 1929 erhielt die Wehr mit dem Bezug des Gemeindehauses am gleichen Platz eine ausreichend große Unterbringungsmöglichkeit mit zwei großen Toren nach Westen hin. Die Gemeindeverwaltung Großhabersdorf hatte im September 1928 dafür um einen Zuschuss nachgesucht.  Mitte März 1976 wurde die Wehr für dreieinhalb Jahre wegen des Rathaus- Neubaus „heimatlos“, bis sie im Dezember 1978 ihre neuen Diensträume im Mehrzweckgebäude an der Fernabrünster Str. beziehen konnten.